Ausstellung Friedensreich Hundertwasser Norderstedt

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Musikalische Hommage an Friedensreich Hundertwasser
Klaviersuite, opus 4Hendrik am Klavier
Hendrik Schwarzer

Der Komponist und Pianist Hendrik Schwarzer wurde am 4. Juni 1987 als jüngstes von drei Kindern in Freiburg i. Br. geboren. Aufgrund seiner musikalischen Sensibilität wurde er bereits mit 5 Jahren von seiner ersten Klavierlehrerin Lee Hye Jung, in den musikalischen Ausdruck der Improvisation eingeführt.

Im Alter von 9 Jahren war Hendrik in der Lage, ganze Musikstücke einzig nach Gehör zu spielen und zu interpretieren. Neben ersten Auftritten und Live-Improvisationen am Flügel folgten einzelne Ausstrahlungen seiner Werke im TV und Rundfunk.

Seit seinem 12. Lebensjahr erhält er Harmonie- und Kompositionslehre von seinem derzeitigen Klavierlehrer Christian Schelbert. So entstehen von klassisch-romantischer Harmonik geprägte Werke, wobei Hendrik von Anfang an eine besondere Affinität zum klassischen Streicher- und Chorklang verspürt.

Seit der Begegnung mit Michael Wegmann werden seine Werke aufgeführt. So präsentierte im Mai 2004 die "Junge Kammerphilharmonie Freiburg" sein mehrsätziges symphonisches Orchesterwerk, "Expression of Pictures", eine musikalische Hommage an Friedensreich Hundertwasser", im Konzerthaus Freiburg.

Es folgten weitere Konzerte im Rahmen der Ausstellung "Friedensreich Hundertwasser" in München. 2005 erschienen die Werke "Winds in Space", eine Komposition für symphonisches Blasorchester, sowie "The Wedding Theme" eine Komposition für Orgel und Bläserensemble.

Mit dieser CD präsentiert Hendrik Schwarzer eine zehnsätzige Klaviersuite opus 4, Hommage an Friedensreich Hundertwasser.

Gedanken zu Friedensreich Hundertwasser

Hundertwasser beschäftigt mich als Künstler ganz besonders. Ich glaube, er lebte seine Überzeugungen. Seine offene weltkritische Lebenseinstellung, die er mir mit seinem Werk erschloss, beeinflusste mich, meine Musik und mein ganzes Leben.
Von keinem anderen Künstler wurde ich mit einer solchen Intensität inspiriert, wie von Friedensreich Hundertwasser.
In meinen Kompositionen versuche ich die von ihm und seinem Werk gemachten Aussagen und das positive Gefühl zum Menschen, zur Natur und zu jeder Kreatur zu verarbeiten und zu vermitteln. Heute gilt es, dass wir Menschen die Einzigartigkeit der Natur wiedererkennen und diese erhalten.

Hendrik Schwarzer

1. Ouvertüre, Klavier                           4:45
Mächtig, euphorisch und klassisch wird die Klaviersuite mit diesem Thema eingeleitet. Großes wird zu feinem Tonstaub gebrochen und thematisch weiterentwickelt. So entsteht das musikalische Leitthema: Friedensreich Hundertwasser, seine Farben, seine Verspieltheit und seine künstlerischen Aussagen.

2. New Zealand, Klavier und Horn         6:51
Neuseeland, seine zweite Heimat und letzte Ruhestätte. Neuseeland ein vielleicht noch unberührtes Land ? Diese Komposition setzt dies mit dem solistisch notierten Horn thematisch um. Durch den warmen und voluminösen Klang-Charakter des Instruments wird "New Zealand" zum Sinnbild für eine freie unberührte Natur und eine unstillbare Sehnsucht.

3. Main Theme, Klavier                        4:29
Hier wird das musikalische Leitthema durch verschiedene Tonarten moduliert und so erwacht das Stück nach und nach zum Leben. Klassisch-Romantische Dramatik wird vermehrt eingesetzt und leitet zum großen Finale.

4. Kleines Lied der Natur, Klavier         2:46
Die Natur, perfekt, ein empfindliches Gleichgewicht, zerstörerische Gewalt. Klänge führen über melancholische zu fröhliche Farben, voller Hoffnung und Respekt. Unauffällig und klein, ist dieses Stück einer der wichtigsten Höhepunkte dieser Klaviersuite.

5. Dalai Lama, Klavier und Gesang        3:41
Dalai Lama, im tibetischen Stil gehalten und nicht zuletzt in seiner Ruhe dem Buddhismus nachempfunden. Selbst in den Wirren der Flucht ist der Dalai Lama getragen von Ruhe und innerer Kraft.

6. Flooded Dream, Klavier                    10:10
Verträumter, durchfluteter Schlaf im tiefen Ozean der Gedanken. "Flooded Sleep", eindrucksvoll nicht nur durch seine angenehmen Farben, sondern auch durch die ironische Irreführung des Betrachters, denn erst nach einiger Zeit fällt auf, dass die so eindrucksvoll eingesetzten Farben Bluttropfen symbolisieren könnten. So wechselt auch diese musikalisch geflutete und breite Komposition plötzlich in einen dramatisch, martialischen Teil.

7. Am Anfang, Klavier                             5:26
"Am Anfang" sind zwei sehr mächtige Worte, bei denen der menschliche Verstand nicht ausreicht, um sie wirklich verstehen zu können. Am Anfang ist nichts vorhanden, aber Alles - Etwas existiert um schöpfen zu können: Das Recht auf Schöpfung. Eine Leere, interepretiert durch leichte Intervalle, baut sich langsam aus der sphärischen Substanz des Nichts zu einem eindrucksvollen Gebilde auf.

8. Blutregen, Klavier                               6:21
"Blutregen" ist ein sehr dramatisch gehaltenes Klangwerk. Blutregen fällt in großen Tropfen in den Garten Eden und es bilden sich Blutlachen. Die Welt in ständiger Auseinandersetzung: Verfolgungen, Vertreibungen, über den Holocaust bis zum "heiligen Krieg" heute, das sind die Themen dieses Stückes und werden mit tief depressiven harmonischen Abfolgen umgesetzt.

9. Expulsion from Paradise, Klavier        6:00
"The Expulsion", als Vertreibung aus dem Paradies. Ebenso klassisch wie die Thematisierung des Bildes ist der musikalische Formaufbau und die Harmonik der Komposition. Der extravagante Lebensraum des Garten Eden bis hin zu der endgültigen Vertreibung aus dem Paradies wird musikalisch interpretiert.

10. Hommage an Friedensreich Hundertwasser, Klavier        14:21
Diese Hommage an Friedensreich Hundertwasser wurde als einziges Stück, während der Aufnahme live improvisiert. Hier sammelt sich die Botschaft, die in der gesamten Suite zum tragen kommt. Die Erhaltung der einzigartigen Natur. Der offene Anfang, wie ein offener Schluss symbolisieren das Nichts oder das Alles zu Beginn und Schluss eines jeden Lebens. Die Hommage beginnt mit einer atonalen Einleitung, die sich auflöst und durch die "Vertonalisierung" für ewig zu Leben beginnt.

Gesamtspielzeit: 64:50
Hendrik Schwarzer, Klavier
Florian Kienzler, Horn
Manfred Mantik, Gesang